Sinfonieorchester  der  BASF - Mitarbeiter

Eine lange unterschätzte Totenmesse

Franz von Suppés Missa pro defunctis mit den Lufonikern und einem Wormser Kammerensemble in der Ludwigshafener Friedenskirche

Von Sigrid Feeser

Mit der von Tristan Meister geleiteten Aufführung der Missa pro defunctis von Franz von Suppé in der Friedenskirche Ludwigshafen konnten alle Beteiligten einen von lang anhaltendem Beifall belohnten Erfolg einfahren. Eine längst fällige (Wieder-)Entdeckung, passgenau zum 200. Geburtstag des Komponisten im April dieses Jahres.

„Seine unglaubliche Gewandtheit in weltlichen Dingen verdankt er eigentlich seinen geistlichen Kompositionen“, hatte Johannes Brahms 1895 in seinem Nachruf auf den Großmeister der „goldenen“ Wiener Operette geschrieben.

Suppé muss sein nie gedrucktes Requiem sehr geschätzt haben; jede weitere Aufführung nach der ersten von 1855 hat er akribisch vermerkt. Die Widmung an „Seine Heiligkeit Papst Pius IX.“ ist ein Hinweis, dass Suppé den Radius des kirchenmusikalisch Schicklichen nicht in Richtung auf eine wie auch immer geartete persönliche Frömmigkeit zu überschreiten gedachte, allerdings ohne seine individuellen Ansprüche als Komponist aufzugeben.

Herausgekommen ist eine hochinteressante Melange aus österreichisch-süddeutscher Kirchenmusik, brillant beherrschter Hochromantik, Erinnerungen an die Volksmusik Südmitteleuropas und italienischem Belcanto. Das Orchester ist klassisch frühromantisch besetzt, beschäftigt doppelte Holzbläser, vier Hörner, zwei Trompeten und drei Posaunen. Die Streicher sind fünfstimmig, dazu kommen Pauken und Tamtam. Die Tonart d-Moll steht in der Tradition, vor allem der Mozarts.

Die Protagonisten der Rehabilitation der lange unterschätzten Totenmesse in der Friedenskirche waren die von ihrem Dirigenten Robert Weis-Banaszcyk bestens vorbereiteten Lufoniker, ein Solistenquartett sowie das als Projektchor arbeitende Wormser Kammerensemble. Die tadellos vorbereiteten Lufoniker – immerhin ein bei der BASF angesiedeltes Amateurorchester – haben ihre anspruchsvollen Aufgaben glänzend bewältigt. Das Wormser Kammerensemble überzeugte durch schlagkräftige Chorfugen und viel Sinn für die liturgisch vorgegebenen Aussagen des Messetextes. Natürlich hatte das „Dies irae“ die nötige Wucht, aber wie still verschattet ließ man das abschließende „Libera me“ ausklingen.

Überraschende Konstellationen stehen für die Qualität von Suppés solitärer Messevertonung, so das liebliche, vom Solistenquartett a cappella vorgetragene „Benedictus“, das neben dem Chor einem reinen Männerquartett anvertraute „Confutatis“, wozu sich die Chorsolisten Fabio Freund und Manuel Heuser (Tenor beziehungsweise Bariton) perfekt mit den Profis Maximilian Vogt (Tenor) und Magnus Piontek (Bass) ergänzten. Auch die Altistin Franziska Buchner und der Sopran von Rebecca Blanz waren zuverlässig zur Stelle. Tristan Meister wiederum zeigte ein gutes Händchen für Kirchenmusik. Er sorgte für konzentrierte Abläufe und das rechte Timing. Abwechslungsreich und immer spannend war das. Und eine Rehabilitation für Suppés durchaus repertoiretaugliches Requiem noch dazu.

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Der Reiz des Außergewöhnlichen

Das Wormser Kammerensemble und „LUfoniker“ präsentierte in der Dreifaltigkeitskirche Franz von Suppès „Requiem in d-Moll“. Dafür gab es viel Applaus.

Von Viktoria Selbert

Aufführung Worms Foto: BilderKartell/Axel Schmitz
WORMS - Viel Werbung war für das aktuelle Chor- und Orchesterkonzert des Wormser Kammerensembles zu sehen – Franz von Suppès „Requiem in d-Moll“ gemeinsam mit den „LUfonikern“, dem Sinfonieorchester der BASF. Für eine Totenmesse des Komponisten, der vorwiegend als Begründer der Wiener Operette mit Erfolgen wie „Bocaccio“ oder „Leichte Kavallerie“ bekannt ist, entsprechendes Interesse zu wecken, war keine leichte Aufgabe.

Doch – welche Überraschung – zu erleben war ein monumentales Werk, dem von Verdi in seiner Intensität nicht unähnlich (Verdi schrieb sein Requiem erst 20 Jahre später), und gleichzeitig eindeutig einem berühmten Vorbild, dem Mozart-Requiem, verpflichtet.

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Laien mit Anspruch

Das Orchester „Collegium Musicum Ludwigshafen“ heißt jetzt „LUfoniker

Von Uwe Engel

„Das war zu schnell, nehmen Sie das Vibrato weg und spielen Sie sanft, am Griffbrett!“ Nach einem ersten Durchlauf beginnt der Dirigent mit den Korrekturen. Und schon kommt, was zuvor verwaschen klang, klar und strukturiert herüber. Robert Weis-Banaszczyk probt mit den LUfonikern die Ouvertüre zu Joseph Haydns Oper „Die wüste Insel“. LUfoniker? So nennt sich seit Juni das Orchester, das vorher unter dem Namen „Collegium Musicum Ludwigshafen“ agierte.

ProbenfotoAls Robert Weis-Banaszczyk Anfang 2017 die Leitung des Orchesters übernahm, trat er sein Amt mit dem Ziel an, dem Ensemble neue Impulse zu geben. Das Orchester wollte dies auch mit einem neuen Namen besiegeln und den in Deutschland x-mal vorhandenen Namen „Collegium Musicum“ ablegen. Der Standort sollte darin sichtbar werden und auch die Ausrichtung auf Sinfonische Musik, sagt Marion von Brockhausen, die Vorsitzende des Orchesters. Und so kam man auf „LUfoniker“.Das Herbstkonzert am Sonntag, 11. November, 17 Uhr in der Kirche Maria Königin in Ludwigshafen-Edigheim ist das erste Konzert unter dem neuen Namen. Finanziert wird das aus gut 30 BASF-Mitarbeitern und anderen Hobby-Musikern aus der Region bestehende Orchester durch Mitgliedsbeiträge, Förderer und Sponsoren, von denen die BASF nach wie vor der wichtigste ist. Seit 2002 ist das Orchester ein Verein. Geprobt wird jeden Mittwochabend in der Friesenheimer Froschlache.

Der 26-jährige Dirigent Weis-Banaszczyk hat Kontrabass und Dirigieren studiert und vollendet momentan an der Musikhochschule Mannheim ein Schulmusik-Studium. Mit ihm hat das Orchester einen guten Griff getan. Musikalität und pädagogisches Gespür merkt man ihm bei jeder Geste, jedem Wort an.

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Stehende Ovationen für das große Festkonzert

Dirigentenjubiläum von Klaus Siefert beim Cäcilienchor Rot

St. Leon-Rot. (mbi) Anlässlich des 30-jährigen Dirigentenjubiläums von Chorleiter Klaus Siefert veranstaltete der Cäcilienchor St. Mauritius Rot ein großes Festkonzert. Mit der festlichen Messe C-Dur KV 317, der sogenannten „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart, eröffnete der Chor zusammen mit dem Orchester „Collegium Musicum Ludwigshafen“ das Konzert. Mit etwa 70 Sängerinnen und Sängern ist der Cäcilienchor St. Mauritius Rot mit Sicherheit einer der größten Kirchenchöre der Region, er präsentierte sich stark und leistungsfähig. Die Messe ist in den Streichern ohne Bratschen, dafür in den Bläserstimmen farbenreich instrumentiert. Als Gesangssolisten wirkten Josefa Kreimes (Sopran), Dr. Nicole Aeschbach (Alt), Constantin Rupp (Tenor) und Walter Henzel (Bass) mit.

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Standing Ovations für Musik und Gesang

Reilingen. Der Sängerbund 1897 begeht sein 120-jähriges Bestehen und setzte mit dem Jubiläumskonzert in der St.-Wendelinskirche einen fulminanten Schlusspunkt hinter die Feierlichkeiten. Der gut aufgestellte und engagierte Männerchor unter der Leitung von Klaus Siefert hatte sich musikalische Unterstützung in Form des Collegium Musicum Ludwigshafen geholt. Dazu gesellte sich Tenor Thomas Jakobs und natürlich der zum Verein gehörigen gemischten Chor "Sing2gether".

Den Organisatoren war eine großartige Mischung aus klassischer, mitunter kirchlicher Literatur und Moderne gelungen. Es war ein Konzert, wie man es sich als Zuhörer wünscht. Qualitativ hochwertig, musikalisch ansprechend und hoch motiviert dargeboten.

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