Sinfonieorchester  der  BASF - Mitarbeiter

Souveränes Spiel

Collegium Musicum Ludwigshafen in der Speyerer Gedächtniskirche

Ein ausdrucksvoll-gelöstes Konzert zum 20-jährigen Bestehen des Hospizes Wilhelminenstift gab das Collegium Musicum Ludwigshafen am Freitagabend in der Speyerer Gedächtniskirche. Gerhard Koch dirigierte mit anregendem Tiefgang Werke von Mozart und Glasunow, wobei die Instrumentalisten Tatjana Meub und Paul Stauch-Erb mit souveränem Solospiel brillierten.

Für die Überschau zurückgelegter Lebenswegstrecken ist kaum ein Werk so geeignet wie Mozarts konzentriert und gehaltvoll gesetzte letzte Sinfonie. Wegen ihrer klaren C-Dur-Tonart, ihrer kunstvollen Faktur und ihrer kraft- wie friedvollen Dialektik trägt sie den Beinamen „Jupiter-Sinfonie“ und lässt ihren Hörer betroffen letzte Dinge spüren.Koch, der selbst auf die 80 Lebensjahre zugehende, einstige Solo-Oboist der Staatsphilharmonie, legte mit seinem spielfreudigen Collegium Musicum die göttergleich vollendete Struktur deutlich offen, ohne in einen zu kontrastreich-harschen Tonfall wie moderne Mozart-Exegeten oder in biedermeierliche Verniedlichung zu verfallen. In frischen Tempi sorgte Koch für musikantischen Schwung. Er er durchmaß gezielt mehrstimmige Blöcke und tauchte das Sangliche in die zarten Mozartschen Mischfarben. Sie blühten ohne jene akustischen Hall-Störungen auf, die einige Tutti des Kopfsatzes überlagerten. Man erlebte gleichsam ein jenseitig-jupiterisches Über-den-Dingen-Stehen ohne irdische Umtriebigkeiten. Im berühmten kontrapunktisch-konstruktiven Finale ließ Koch auf eine musikalische Wunderlandschaft blicken, in der die Elemente wie von Zauberhand ineinander greifen.

Auch die Solo-Konzerte im ersten Teil dieses gut besuchten Konzerts trafen den heiter-entspannten Grundton. Mit freiem, stabilem Ton erschloss die 20-jährige Meub die gelöste Milde des Konzerts für Saxophon und Streicher von Glasunow. Zarte Lyrik wie spielerische Beweglichkeit waren bei ihr in guten Händen. Gleiches galt für das Solo-Violinspiel des 16-jährigen Stauch-Erb in Mozarts D-Dur-Konzert KV 218. Seinen Solopart durchmaß Stauch-Erb agil, flexibel und lebendig. Mit exquisit changierender Tonbildung charakterisierte er die Themen. Den Mittelsatz belebte er mit feinem Höhenglanz, leichtgängig artikulierte er die Rondo-Abschnitte.

Voll Souveränität wandte sich der aufstrebende Geiger immer wieder den gut mit ihm harmonierenden Collegium-Gruppen zu. Stauch-Erbs Bach-Zugabe bezeugte nochmals seine variantenreichen Tonbildungs-Qualitäten.

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